01.02.2018

Aktuelle Wechselausstellung: »Der Todestransport Leitmeritz – Velešín«

29. Januar - 28. Februar 2018

Foto: Waggon mit weiblichen Häftlingen auf dem Bahnhof Roztoky, heimliche Aufnahme von Vladimír Fyman, 30. April 1945. Mittelböhmisches Museum, Roztoky.

Die letzten Kriegstage im April 1945. Noch immer sind zehntausende KZ-Häftlinge in der Hand der SS. Das zum KZ-Flossenbürg gehörende Außenlager im nordböhmischen Leitmeritz wird zum Auffangbereich unzähliger Häftlingstransporte. Am 28. April 1945 lässt die SS 4.000 Häftlinge in einem Güterzug mit 77 offenen Kohlewaggons Richtung Süden abtransportieren. Der Todestransport durchquert fast das gesamte »Protektorat Böhmen und Mähren«. Von Anfang an kommt es zu spontanen und organisierten Hilfeleistungen der tschechischen Bevölkerung.Es gelingt den Helfern, etwa 1.500 Häftlinge zu befreien und den anderen durch Versorgung mit Nahrung und Medikamenten bessere Überlebens-chancen zu sichern. Nach 14 Tagen endet die Fahrt des Todeszuges Nr. 94803 am 8. Mai 1945 im südböhmischen Velešín.

Die Wanderausstellung des Vojenský historickyý ústav Praha (Militärhistorisches Institut Prag) und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg dokumentiert die dramatischen Ereignisse an den einzelnen Stationen des Transports: Sie zeigt Schicksale der Häftlinge, Hilfe der Zivilbevölkerung, Reaktionen der Bewacher.

Die Ausstellung wird im Bildungszentrum der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg gezeigt.
Öffnungszeiten: täglich 9 – 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Hinweis: Über die einzigartige Geschichte des Transportes ist in der ARD-Mediathek bis 29.1.2019 der Film von Thomas Muggenthaler und Andrea Mocellin »Todeszug in die Freiheit« (44 min) zu sehen.