04.08.2017

Aktuelle Wechselausstellung: »In Memoriam. Krankenmorde im Nationalsozialismus«

6. Juli 2017 - 31. Mai 2018

Ernst Lossa wurde im Alter von 14 Jahren in der Nebenstelle Irsee der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren ermordet. Foto aus der Krankenakte, um 1940. Landeskirchliches Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

Zwischen 1939 und 1945 wurden ca. 240.000 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen im Deutschen Reich getötet. Ärzte, Psychiater und Pflegepersonal waren maßgeblich daran beteiligt. Weitere tausende Morde fanden in den von Deutschland besetzten Gebieten statt.

In der Wanderausstellung werden anhand von kurzen Texten, Dokumenten, Fotografien und Videointerviews mit Zeitzeugen die verschiedenen Phasen des NS-Vernichtungsprogramms wie die »Aktion T4«, das Hungersterben und Tötungen durch Medikamente dargestellt. Sie zeigt unterschiedliche Opfergruppen, die Reaktion von Angehörigen, sowie die Haltung der Ärzte und die Auseinandersetzung in der Nachkriegszeit.

Die Idee für die Ausstellung und ihre kuratorische Umsetzung gehen auf Prof. Dr. Michael von  Cranach zurück. Unter seiner Führung als leitender ärztlicher Direktor (1980 bis 2006) stellte sich das Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren der Aufarbeitung der eigenen Geschichte im Nationalsozialismus. Die Ausstellung wurde von ihm im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) zusammengestellt. Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg zeigt die Ausstellung in einer überarbeiteten und erweiterten Fassung.

Öffentliche Rundgänge:
immer am zweiten Sonntag im Monat
Beginn 11:00 Uhr
Treffpunkt: vor der ehemaligen Häftlingsküche
Die Teilnahme ist kostenlose

Rundgänge für Gruppen:
E-Mail: buchung@gedenkstaette-flossenbuerg.de
Tel.: 09603 90390 - 10

Begleitveranstaltungen:

6. Juli 2017, 19 Uhr
Ausstellungseröffnung
Grußwort: Irmgard Badura, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung.
Rede: Prof. Dr. Michael von Cranach, Psychiater und Kurator der Ausstellung.
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Foyer der ehemaligen Häftlingsküche

7. Juli 2017, 10 Uhr
Kuratorenführung in Leichter Sprache
Geschlossene Veranstaltung für Mitarbeiter des Heilpädagogischen Zentrums Irchenrieth.
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, ehemalige Häftlingsküche

20. Juli 2017, 9:00 – 16:30 Uhr
Regionale Lehrerfortbildung

Angebote für Schulen mit sonderpädagogischem Förderbedarf an der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Eine Veranstaltung
in Kooperation mit der Regierung Oberpfalz.
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Bildungszentrum
Anmeldung unter: www.fortbildung.schule.bayern.de

10. Oktober 2017, 19 Uhr
Spurensuche. Was für ein Mensch willst Du sein?

Theaterstück der Theater-AG des Ernst-Mach-Gymnasiums Haar.
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Bildungszentrum
Anmeldung erforderlich: sgrandke@gedenkstaette-flossenbuerg.de
(Weitere Aufführungen für Schulen der Region; geschlossene Veranstaltungen)

23. bis 27. Oktober 2017
Zwischen Ausgrenzung und Vernichtung
Eine inklusive Jugendbegegnung über die Geschichte der Exklusion von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen im Nationalsozialismus

29. November 2017, 19 Uhr
Nebel im August

Spielfilm (D 2016) und Gespräch mit Robert Domes, Autor von „Nebel im August. Die Lebensgeschichte des Ernst Lossa“.
Neue Welt Kinocenter, Fichtestr. 6, 92637 Weiden.
Eintritt: 7 Euro
(Begleitend Lesungen mit Robert Domes für Schulen der Region; geschlossene Veranstaltungen)

22. Februar 2018, 19 Uhr
„209 Häftlinge mittels Sammeltransport verlegt“ –
Die „Sonderbehandlung 14f13“ und das KZ Flossenbürg

Vortrag von Julius Scharnetzky, M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Bildungszentrum