13.04.2017

»Der falsche Überlebende« Lesung mit Javier Cercas am 10.5.2017

Beginn: 19 Uhr

Medienwirksam hat sich der Katalane Enric Marco fast 30 Jahre lang als Überlebender der Konzentrationslager Flossenbürg und Mauthausen ausgegeben und seine angeblichen Hafterlebnisse öffentlich geschildert. Mehrere Jahre war er Präsident der Vereinigung der ehemaligen spanischen KZ-Häftlinge. 

Doch 2005 deckte der spanische Historiker Benito Bermejo auf, dass Marco niemals Häftling in einem Konzentrationslager gewesen war. Wenige Tage zuvor noch hatte Marco im spanischen Parlament eine bewegende Rede zum bevorstehenden 60. Jahrestag der Befreiung des KZ Mauthausen gehalten. Tatsächlich war er 1941 freiwillig nach Deutschland gegangen um in einer Kieler Werft zu arbeiten. 1943 kehrte er wieder nach Spanien zurück. Welche Gründe hatte Marco, wesentliche Teile seiner Biografie zu fälschen? Javier Cercas bewegt einen Stein nach dem anderen guckt hinter die Fassaden: auch hinter seine eigene und die seines Landes.

Javier Cercas lebt als Schriftsteller, Publizist und Universitätsdozent in Girona. Mit seinem Roman ›Soldaten von Salamis‹ wurde er international bekannt. Heute ist sein Werk in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Für ›Der falsche Überlebende‹ (S. Fischer 2017), erhielt er u.a. den Prix du livre européen 2016 und den chinesischen Taofen-Preis 2015 für das beste ausländische Buch.

 

Im Anschluss sprechen Prof. Dr. Karl Braun, Leiter des Instituts für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft der Philipps-Universität Marburg und Dr. Jörg Skriebeleit, Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg mit dem Autor.

Weitere Informationen auf der Website des S. Fischer Verlags

Der Eintritt ist frei.