01.02.2018

Tagung »Granit und Konzentrationslager«: Befunde – Positionen – Perspektiven

21.-23.3.2018

2018 jährt sich die Gründung der Konzentrationslager Flossenbürg und Mauthausen zum 80. Mal. Die Neuerrichtung von Konzentrationslagern ab 1938 repräsentierte eine neue Phase des stetig wachsenden KZ-Systems. Waren sicherheits- wie sozialpolitische Motive im Vorfeld des Krieges für die Entscheidung zum Bau neuer Konzentrationslager maßgeblich, so waren die ausschlaggebenden Gründe für die konkrete Standortwahl bei Flossenbürg und Mauthausen reiche Granitvorkommen. Diese Steinbrüche sind Teil der materiellen und immateriellen Relikte beider Lager. Aufgrund ihrer vielschichtigen Bedeutungsebenen sind sie relevant aber  gleichzeitig auch wegen vieler Nach- und Umnutzungskonzepte an den Orten ehemaliger Lager problematisch in Umgang und Gestaltung. Dies ist der Anlass für eine dreitägige interdisziplinäre Expertenkonferenz, die im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahrs/European Cultural Heritage Year 2018 (ECHY 2018) vom 21. – 23.3.2018 an der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg in Kooperation mit der Universität Wien und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege stattfinden wird.

Thematisch gliedert sich die Konferenz in drei Themenblöcke: Befunde – Positionen – Perspektiven. Im ersten Teil geht es um eine historiographische Beleuchtung beider Orte, die Parallelentwicklungen und auch Unterschiede aufzeigen soll. Im zweiten Teil soll sich der inhaltliche Schwerpunkt sowohl mit Rezeptionen bzw. rezeptionsgeschichtlichen Konjunkturen der materiellen als auch der immateriellen Relikte beider Lager und ihrer Zwangsarbeitsstätten, sowie Konzeptionen und Visionen im Umgang mit dieser Hinterlassenschaft beschäftigen. Dies soll sowohl aus baulich-räumlicher als auch kunsthistorisch-konzeptioneller Perspektive analysiert und diskutiert werden. Schließlich sollen in einem dritten Teil Raum-Positionen diskutiert und formuliert werden, die beispielsweise im Kontext des bis heute kommerziell genutzten früheren KZ-Steinbruchs in Flossenbürg sowie dem memorialkonservierten Steinbruch in Mauthausen Chancen und Grenzen konzeptioneller Überlegungen an diesen Orten deutlich machen.

Für die Teilnahme an der Konferenz werden keine Gebühren erhoben. Übernachtung, Transfers während der Tagung und Verpflegung stellt die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg zur Verfügung. Die Reisekosten zum Veranstaltungsort sind selbst zu tragen. Tagungsort ist das Bildungszentrum der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.

Wir bitten um Anmeldung bis zum 28. Februar 2018 per E-Mail an Rebecca Weiß unter rweiss@gedenkstaette-flossenbuerg.de. Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Sie werden bezüglich Ihrer Teilnahme unmittelbar nach dem Ende der Anmeldefrist benachrichtigt.

Programm

Mittwoch, 21.3.2018

12.00 Uhr
Registrierung, Mittagsimbiss

14.00 Uhr
Begrüßung durch den Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Jörg Skriebeleit, die Dekanin der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, Claudia Theune-Vogt, und den Abteilungsleiter Denkmalforschung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, Walter Irlinger

BEFUNDE

14.30 Uhr           
Befunde I: Zur Historiographie von Konzentrationslagern

Johannes Tuchel, Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften der FU Berlin

Bertrand Perz, Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien

Jörg Skriebeleit, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

16.00 Uhr           
Kaffeepause

16.30 Uhr           
Befunde II: Zur Historiographie von Konzentrationslagern

Stefan Hördler, KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Ulrich Fritz, Stiftung Bayerische Gedenkstätten

17.30 Uhr           
Projektvorstellung
Rainer Viertlböck, Architekturfotograf München

18.00 Uhr           
Fahrt und Einchecken in den Hotels in Waldsassen

19.30 Uhr           
Abendessen im Gästehaus St. Joseph Waldsassen

 

Donnerstag, 22.3.2018

9.30 Uhr             
Rundgang Steinbruchareal / KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

11.00 Uhr           
Kaffeepause

POSITIONEN

11.30 Uhr           
Positionen I: Rezeptionen

Moderation: Claudia Theune-Vogt, Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie, Dekanin der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien

Input: Bertrand Perz/Jörg Skriebeleit/Anke Binnewerg, bildende Künstlerin Dresden/Weimar

Denkmalpflegerische Positionen/Sites und Non-sites of memory:

Ingrid Scheurmann, Denkmalpflegerin, Historikerin und Honorarprofessorin für Denkmalpflege an der TU Dortmund

Axel Klausmeier, Direktor Stiftung Berliner Mauer und Honorarprofessor für Historische Kultur- und Erinnerungslandschaften an der BTU Cottbus-Senftenberg

Walter Irlinger, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Roma Sendyka, Center for Anthropology of Literature and Culture Studies at the Jagiellonian University, Kraków, Poland und Head of the Research Center for Memory Cultures

13.00 Uhr           
Mittagessen

14.00 Uhr           
Positionen II: Transformationen

Moderation:
Inge Manka, Institut für Kunst und Gestaltung der Technischen Universität Wien

Input: Angela Koch, Kunstuniversität Linz

Kunsthistorische Anmerkungen:
Kai Kappel, Professur für die Geschichte der Architektur und des Städtebaus der Humboldt-Universität Berlin

Christian Fuhrmeister, Zentralinstitut für Kunstgeschichte München

Stefanje Weinmayr, Skulpturenmuseum im Hofberg, Landshut

16.00 Uhr           
Kaffeepause

16.30 Uhr           
Positionen III: Interpretationen und Interventionen

Moderation:
Barbara Holzer, Architektin Zürich/Berlin, Hochschule Düsseldorf, Fachbereiche Architektur und Design

Input: Peter Brückner, Architekturbüro Brückner& Brückner, Tirschenreuth/Würzburg

Gestalterische Anmerkungen:
Massimiliano Azzolini, Architects, Dublin/AMR Architettura Musei Reti Research Group, University of Parma

Daniela Allmeier/Rudolf Scheuwens, Lehrstuhl für örtliche Raumplanung und Stadtentwicklung an der Technischen Universität Wien

Gabu Heindl, Architektin und Stadtplanerin Wien

18.00 Uhr           
Abendessen

19.00 Uhr           
Öffentlicher Abendvortrag: »Towards an Investigative Memorialization«
Milica Tomic, Institut für zeitgenössische Kunst der Universität Graz

 

Freitag, 23.3.2018

9.30 Uhr             
Begrüßung durch den Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Ludwig Spaenle

PERSPEKTIVEN

10.00 Uhr           
Konzeptionelle Perspektiven im Umgang mit materiellem und immateriellem Kulturerbe

Moderation: Redakteur/in Bayerischer Rundfunk (B2)

Diskussion:

Zuzanna Dziuban, University of Amsterdam

Regina Prinz, Bauhistorikerin München

Cornelia Siebeck, Historikerin Berlin

12.00 Uhr            T
Tagungsende und Mittagsimbiss