11.03.2016

Thana-Tourismus: Reisen zu den Toten, Tagung vom 3.-5. Juni 2016

Nationalsozialistische Lager und Todesstätten verzeichnen von Jahr zu Jahr neue Besucherrekorde. Das Grauen hat Konjunktur. Konzentrationslager und Gefängnisse, Schlachtfelder, Orte von (Natur-)Katastrophen oder Anschlägen, Gefängnisse und Folterkeller sowie Geisterstädte gehören zu den Zielen einschlägiger Reiseveranstalter: Auschwitz und Alcatraz, Gettysburg und Ground Zero, Pompeji und Tschernobyl, Costa Concordia und Rote Khmer. Doch auch ohne den Aspekt der Gewalt besitzen morbide Orte einen hohen Attraktionswert. So sind Friedhöfe fester Bestandteil von Städtereisen. Ausgehend von den religiösen Praktiken des Pilgerns zum Heiligen Grab ab dem 4. Jahrhundert, den Wallfahrten zu den mit Reliquien bestückten Sakralräumen christlicher Heiliger, dem politischen Totenkult ab dem 19. Jahrhundert, dem ideologisierten Schlachtfeld- und Schützengrabentourismus im Ersten Weltkrieg, den Trauerfahrten an die Massengräber beider Weltkriege, den Pilgerreisen zu früheren Konzentrationslagern, dem Friedhofs- und Prominenten-Gräbertourismus etc. soll das Feld Thana-Tourismus vermessen und analysiert werden.

Veranstaltungsort: Schwabenakademie Irsee
Veranstalter, Konzeption und Organisation: Dr. Markwart Herzog, Schwabenakademie Irsee; Dr. Jörg Skriebeleit, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg