03.01.2018

»Verbrechen Liebe – von polnischen Zwangsarbeitern und deutschen Frauen«

Filmvorführung und Gespräch mit Thomas Muggenthaler (Bayerischer Rundfunk) und Dr. Jörg Skriebeleit (KZ-Gedenkstätte Flossenbürg) am 21. Februar 2018

Helene Wimmers erste große Liebe war der polnische Zwangsarbeiter Kazimierz Rafalski, von dem sie ein Kind bekam. Foto: BR

»Ich habe ihn geliebt«, sagt Helene Wimmer aus Niederbayern über Kazimierz Rafalski, einen polnischer Zwangsarbeiter. Nach der rassistischen Ideologie der Nationalsozialisten waren solche Liebesziehungen streng verboten und wurden hart bestraft. Beide wurden in Konzentrationslager verschleppt, sie nach Ravensbrück, er nach Flossenbürg und in das Aussenlager Hersbruck.

Den polnischen Männern drohte wegen Beziehungen zu deutschen Frauen sogar die Todesstrafe. Der BR-Journalist Thomas Muggenthaler hat über viele Jahre zu diesem Thema recherchiert. Im Staatsarchiv Amberg entdeckte er einen Akt, der allein in Niederbayern und der Oberpfalz die Hinrichtung von 22 Polen belegt, die in der Nähe ihres Arbeitsplatzes erhängt wurden. Die Gestapo organisierte die Exekutionen. In Bayern führten Kommandos aus den Konzentrationslagern Dachau und Flossenbürg die Hinrichtungen durch.

Die 2015 mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnete Dokumentation »Verbrechen Liebe« (45 min) von Thomas Muggenthaler und Andrea Mocellin zeigt die Schicksale von Menschen, die für ihre Liebesbeziehungen verfolgt und ermordet wurden. 

Beginn: 19 Uhr
Veranstaltungsort: Eingangshalle des Paul-Pfinzing-Gymnasiums Hersbruck, Amberger Straße 30, 91217 Hersbruck