28.11.2017

Wir trauern um Shlomo Lavi

24. April 1924 – 8. November 2017

Beim Treffen der ehemaligen Häftlinge in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, 2002

Mit Bestürzung haben wir vom Tod von Shlomo Lavi erfahren. Shlomo Lavi wurde am 24. April 1924 als Frigyes Löwinger geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Jánosháza, einer Kleinstadt in Westungarn. Die ungarische Regierung, die sich dem nationalsozialistischen Deutschen Reich annäherte, erließ verschiedene antisemitische Gesetze. Viele jüdische Männer mussten Zwangsarbeit verrichten. Im Jahr 1942 wurde Frigyes Löwinger unvermittelt von der Polizei ins Arbeitslager Kőszeg nahe der österreichischen Grenze verschleppt. 1944 wurde er in das KZ Flossenbürg gebracht und später in das Außenlager Hersbruck überstellt. Frigyes Löwinger überstand die harten Bedingungen in Hersbruck. Auch den Todesmarsch nach Dachau überlebte er. Er emigrierte nach Palästina, wo er sich Shlomo Lavi nannte. 18 Jahre lang war er beim israelischen Militär. Anschließend eröffnete er ein Geschäft. Solange es seine Gesundheit zuließ, nahm er an den jährlichen Treffen der Überlebenden des KZ Flossenbürg teil, zuletzt im Jahr 2013. Am 8. November ist Shlomo Lavi im Alter von 93 Jahren verstorben. Unser aufrichtiges Beileid gilt seinen Angehörigen.

Dr. Jörg Skriebeleit und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg