Gedenkstätte "Tal des Todes", Ende der 1940er Jahre
Gedenkstätte "Tal des Todes", Ende der 1940er Jahre

Nur das Kre­ma­to­ri­um war be­reits seit 1946 Be­stand­teil ei­ner Er­in­ne­rungs­land­schaft, die al­ler­dings mit dem Bau ei­ner Ka­pel­le all­ge­mein-re­li­giö­se Zü­ge trug und kaum his­to­ri­sche In­for­ma­tio­nen zur Ge­schich­te des La­gers bot. Die KZ-Ge­denk­stät­te Flos­sen­bürg war mit der Er­rich­tung die­ses frü­hen Er­in­ne­rungs­en­sem­bles zwar ei­ne der ers­ten KZ-Ge­denk­stät­ten in Eu­ro­pa, die Ge­scheh­nis­se in die­sem La­ger und in sei­nen an­nä­hernd 90 Au­ßen­la­gern in Bay­ern, Böh­men und Sach­sen fie­len aber sehr schnell dem Ver­ges­sen an­heim. Nicht nur die Er­in­ne­rung an die­se Ver­bre­chen­sor­te ver­blass­te, auch die Op­fer ver­schwan­den fast voll­kom­men aus der brei­te­ren öf­fent­li­chen Wahr­neh­mung.


Als an­läss­lich des 50. Jah­res­ta­ges der Be­frei­ung des KZ Flos­sen­bürg meh­re­re hun­dert ehe­ma­li­ge Häft­lin­ge an ih­ren frü­he­ren Lei­dens­ort zu­rück­kehr­ten, fan­den sie auf dem ehe­ma­li­gen KZ-Are­al ei­ne Wohn­sied­lung, ei­nen In­dus­trie­be­trieb und ei­nen als Park­an­la­ge ge­pfleg­ten Fried­hof vor. Die Spu­ren des Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger wa­ren fast bis zur Un­kennt­lich­keit über­formt. Die frü­he­ren Ge­fan­ge­nen und ih­re An­ge­hö­ri­gen kri­ti­sier­ten den Zu­stand der Ge­denk­stät­te als rei­nen Fried­hof. Ein Jahr spä­ter wur­de – zu­nächst zeit­lich be­fris­tet – ei­ne wis­sen­schaft­li­che Do­ku­men­ta­ti­ons­stel­le er­rich­tet. Sie gab den An­stoß für die völ­li­ge Neu­kon­zep­ti­on des eu­ro­päi­schen Er­in­ne­rungs­or­tes Flos­sen­bürg.


 
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