Abbruch der Industriehallen auf dem Appellplatz, 2000
Abbruch der Industriehallen auf dem Appellplatz, 2000

Par­al­lel zur um­fas­sen­den wis­sen­schaft­li­chen Er­schlie­ßung der Ge­schich­te des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers Flos­sen­bürg fand ei­ne Neu­be­wer­tung des ehe­ma­li­gen La­ger­ge­län­des statt. Dank ei­ner groß­zü­gi­gen Schen­kung konn­te erst­mals auch der Kern­be­reich des ehe­ma­li­gen La­gers, der Ap­pell­platz und die La­ger­wä­sche­rei mit dem »Häft­lings­bad«, in die Pla­nun­gen ein­be­zo­gen wer­den. Im Jahr 2004 star­te­ten die bau­li­chen Maß­nah­men zur Er­schlie­ßung der his­to­ri­schen La­ger­ge­bäu­de »Häft­lings­kü­che« und »Wä­sche­rei« als künf­ti­ge Aus­stel­lungs­ge­bäu­de. Gleich­zei­tig be­gan­nen die kon­zep­tio­nel­len Über­le­gun­gen für die künf­ti­ge Dau­er­aus­stel­lung in der KZ-Ge­denk­stät­te Flos­sen­bürg.


Bau­pla­nung und in­halt­li­che Kon­zep­ti­on wa­ren da­bei von An­fang an aufs engs­te mit­ein­an­der ver­wo­ben. Das staat­li­che Bau­amt und das Aus­stel­lungs­team ent­wi­ckel­ten da­bei ei­ne Leit­li­nie, die kon­se­quent auf Frei­le­gung und Er­halt his­to­ri­scher Ge­bäu­de und La­ger­struk­tu­ren setz­te. Eben­so kon­se­quent wur­den Re­kon­struk­tio­nen ab­ge­lehnt. Das »Häft­lings­bad«, als »Ent­wür­di­gungs­raum« der Ge­fan­ge­nen, er­hielt in den Ge­samt­pla­nun­gen ei­nen be­son­de­ren Stel­len­wert. Aus­ge­hend von die­sem bau­li­chen Be­fund und der jahr­zehn­te­lan­gen Ver­nach­läs­si­gung der Op­fer des KZ Flos­sen­bürg, ent­schie­den sich die Aus­stel­lungs­ma­cher da­für, Ein­zel­bio­gra­fi­en ehe­ma­li­ger Häft­lin­ge als ei­nen der Schwer­punk­te der neu­en Aus­stel­lung zu ge­wich­ten.


 
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