Ehemalige Häftlingsküche, 2009

was bleibt

Nachwirkungen des Konzentrationslagers Flossenbürg

Un­ter die­sem Ti­tel er­öff­nete die KZ-Ge­denk­stät­te Flos­sen­bürg am 10. Ok­to­ber 2010 ei­ne neue Dau­er­aus­stel­lung in der ehe­ma­ligen Häft­lings­kü­che. Da­mit wurde den kom­ple­xen Fol­gen der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Kon­zentra­ti­ons­la­ger zum ers­ten Mal ei­ne ei­ge­ne Aus­stel­lung ge­wid­met. Die wi­der­sprüch­li­chen Nach­wir­kun­gen des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers Flos­sen­bürg wer­den da­bei in die Zeit­ge­schich­te vom En­de des Zwei­ten Welt­kriegs bis heu­te ein­ge­bet­tet. So weist die Ge­schich­te die­ses Kon­zen­tra­ti­onsla­gers weit über Flos­sen­bürg hin­aus und steht stell­ver­tre­tend für vie­le Or­te.

Die Aus­stel­lung »was bleibt – Nach­wir­kun­gen des Kon­zentra­ti­ons­la­gers Flos­sen­bürg« be­schäf­tigt sich mit vier Leit­fra­gen:

Was ge­schah mit den Or­ten? Wie und von wem wur­de das ehe­ma­li­ge Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Flos­sen­bürg ver­än­dert, aber auch die vie­len (Tat-)Or­te der Au­ßen­la­ger und To­des­mär­sche?

Wie ver­ar­bei­te­ten die Über­le­ben­den Trau­er und Ver­lust? Wie konn­ten sie ein neu­es Le­ben be­gin­nen, was mo­ti­vier­te sie, ihr Schick­sal als Zeit­zeu­gen zu ver­mit­teln?

Wie wur­den die Ver­bre­chen der Tä­ter ge­ahn­det? Wie stell­te sich die deut­sche Ge­sell­schaft zu Schuld und Ver­ant­wor­tung?

In wel­cher Form ent­wi­ckel­te sich die Er­in­ne­rung an das KZ Flos­sen­bürg? Wer wa­ren die Trä­ger des Ge­den­kens, wel­che Grup­pen wur­den lan­ge Zeit ver­ges­sen?


Die­se vier Leit­fra­gen sind ent­lang ei­nes chro­no­lo­gi­schen Er­zähl­stran­ges an­ge­ord­net. Die Chro­no­lo­gie ist in sie­ben Pe­rio­den ge­glie­dert, die auf­grund über­ge­ord­ne­ter zeit­ge­schicht­li­cher Zä­su­ren und kon­kre­ter re­zep­ti­ons­ge­schicht­li­cher Er­eig­nis­se de­fi­niert wur­den:

 

Schwellensituation Befreiung
(Frühjahr 1945)

Übergang und Neuordnung
(Sommer 1945 – 1950)

Schlussstrich und Integration
(1950 – 1958)

Verdrängen und Vergessen
(1958 – 1969)

Selektives Erinnern
(1970 – 1979)

Umstrittene Wiederentdeckung
(1980 – 1995)

Hinterlassenschaften
(1996 – 2010)


Ehemalige Häftlingsküche, 1959<br>(Association de Flossenbürg, Paris)
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