Außenlager Graslitz (Kraslice)

7. August 1944 bis 15. April 1945

Häftlinge

Vorwiegend Deutsche, Polinnen und Tschechinnen; zahlreiche »Zigeunerinnen«. Bis Jahresende 1944 sind 470, im April 1945 mindestens 877 Frauen in Graslitz. Darunter sind auch jüdische Frauen aus dem Außenlager Rochlitz sowie Frauen aus dem KZ Ravensbrück.

Zwangsarbeit und Unterbringung

Feinmechanische Montagearbeiten für das Luftfahrtgerätewerk Hakenfelde GmbH (LGW), ein Tochterunternehmen des Siemens-Konzerns. Produktionsstätte ist eine stillgelegte Textilfabrik. In einem der Obergeschosse über der Werkhalle sind die Häftlinge untergebracht.

Bewachung

10 SS-Männer, bis zu 19 Aufseherinnen. Viele Häftlinge beschreiben den Kommandoführer Richter als korrekt. Sein Nachfolger Dziobaka und die Oberaufseherinnen Elfriede Tribus und Helene Schmidt gelten als brutal.

Todesopfer

Keine Tötungshandlungen im Lager, jedoch mehrere Erschießungen auf dem Evakuierungsmarsch.

Auflösung / Kriegsende

Ab 15. April 1945 wird das Lager geräumt. Die Frauen müssen Richtung Marienbad (Marianske Lázně) marschieren. Mehrere Häftlinge werden während des Marsches erschossen. Amerikanische Truppen befreien die Überlebenden Ende April.

Heutige Gedenkzeichen

Eine Gedenktafel an der Fassade des Gebäudes erinnert an das Außenlager.
Graslitz (Kraslice) - Bild 1Fabrikgebäude in Kraslice, 2007. In einem Teil des langen Komplexes produziert heute wieder eine Textilfabrik.Graslitz (Kraslice) - Bild 2Gedenktafel für das Außenlager Graslitz an der Fabrik in Kraslice, 2007.