Außenlager Königstein

15. November 1944 bis 17. März 1945. Tarnnamen: »Schwalbe II«, »Orion«, »Brabag«

Häftlinge

Aus dem Außenlager Böhlen des KZ Buchenwald werden bis Jahresende 990 Häftlinge nach Königstein überstellt. 540 kommen aus der Sowjetunion. Neben 160 Polen, 60 Franzosen, je 50 Italienern und Tschechen, über 20 Deutschen und 15 Belgiern sind Häftlinge aus sieben weiteren Ländern in Königstein. Im März 1945 werden über 220 Häftlinge nach Bergen-Belsen, 50 weitere nach Buchenwald überstellt.

Zwangsarbeit und Unterbringung

Erd- und Tunnelarbeiten zur Verlagerung der Flugbenzinherstellung unter Tage. Die Außenlager Königstein, Mockethal-Zatzschke und Porschdorf unterstehen dem Geilenberg-Stab. Edmund Geilenberg soll die durch Luftangriffe zerstörte Treibstoffindustrie wieder in Gang bringen. Die Häftlinge sind fünf Kilometer vom Lager entfernt teils in einem Gasthaus, teils in runden Hütten aus Pappe einquartiert. Später müssen sie ein umzäuntes Barackenlager aufbauen.

Bewachung

Die etwa 160 SS-Wachmänner, darunter zahlreiche Wehrmachtssoldaten, misshandeln nach Aussagen vieler Überlebender die Häftlinge.

Todesopfer

Die extreme Steinbruch- und Tunnelarbeit bei unzureichender Verpflegung fordert über 70 Todesopfer. Viele Kranke werden ins Außenlager Leitmeritz transportiert und sterben dort.

Auflösung / Kriegsende

Am 17. März 1945 wird das Außenlager aufgelöst. Die Häftlinge werden in offenen Güterwagen nach Leitmeritz gebracht und dort Anfang Mai befreit.

Heutige Gedenkzeichen

Eine Stele erinnert an die Häftlinge des Außenlagers.
Königstein - Bild 1Denkmal in Königstein, 2007.Königstein - Bild 2Denkmal in Königstein, 2007. Die Inschrift ordnet das Außenlager Königstein fälschlich dem KZ Auschwitz zu.Königstein - Bild 3Besucherparkplatz des Schlosses Königstein, 2007. An diesem Ort befand sich das Häftlingslager.