Außenlager Neuhirschstein

7. Oktober 1943 bis 4. März 1944. Tarnname: »Haus Elbe«

Häftlinge

Ab Oktober 1943 150 Häftlinge aus dem KZ Dachau (vorwiegend Italiener); danach viele Überstellungen kleinerer Gruppen, unter anderem vom Außenlager Dresden SS-Pionier-Kaserne. Im Dezember 1943 sind 220 Gefangene in Neuhirschstein, davon die Hälfte Baufacharbeiter.

Zwangsarbeit und Unterbringung

Befestigungs- und Bauarbeiten am Schloss Neuhirschstein für den Höheren SS-und Polizeiführer im Abschnitt Elbe. Das Schloss wird für die Internierung der belgischen Königsfamilie vorbereitet, die im Juni 1944 nach Neuhirschstein kommt. Daneben verleiht die SS Häftlinge kurzfristig an örtliche Unternehmen (z.B. eine Tischlerei). Ställe und Scheunen in der Umgebung des Schlosses dienen als Häftlingsunterkünfte.

Bewachung

50 SS-Wachmänner. Kommandoführer Artur Abe wird wegen Erschießung flüchtiger Häftlinge nach dem Krieg zu einer langen Haftstrafe verurteilt.

Todesopfer

Mindestens acht Häftlinge.

Auflösung / Kriegsende

Im März 1944 werden die letzten 30 Häftlinge abgezogen. Nach Angaben des Internationalen Suchdienstes sind Gefangene bis Ende Mai in Neuhirschstein eingesetzt.

Heutige Gedenkzeichen

Keine.
Neuhirschstein - Bild 1Schloss Neuhirschstein, 2003.Neuhirschstein - Bild 2Seitengebäude von Schloss Neuhirschstein, 2003. Häftlinge müssen dieses Gebäude zum Wachhaus für die SS umbauen.Neuhirschstein - Bild 3Forderungsnachweis für das „Haus Elbe“, 1. April 1944, Bundesarchiv Berlin.Neuhirschstein - Bild 4Forderungsnachweis für das „Haus Elbe“, 1. April 1944, Bundesarchiv Berlin.