Außenlager Saal a.d. Donau

30. November 1944 bis 20. April 1945. Tarnnamen: »Me-Ringberg«, »Ring«, »Ring-Me«

Häftlinge

Insgesamt über 740 Männer. Darunter 180 nichtjüdische und 60 jüdische Polen, über 160 Tschechen, über 140 Russen, 70 Italiener, je 50 Franzosen und Belgier, je 30 Deutsche und jüdische Ungarn, Angehörige sieben weiterer Nationen. Höchste Häftlingszahl: 671 (Ende Februar 1945).

Zwangsarbeit und Unterbringung

Im Ringberg bei Saal müssen die Häftlinge Stollen für eine unterirdische Flugzeugfabrik der Messerschmitt-Werke Regensburg anlegen. Sie müssen auch Wege bauen und Schiffe entladen sowie Planierungsarbeiten durchführen. Zunächst sind die Männer in Erdhöhlen untergebracht. Später kommen sie in ein anderthalb Kilometer von den Stollenzugängen entferntes umzäuntes Barackenlager. Arbeitsbedingungen, Unterkunft, Verpflegung und hygienische Verhältnisse sind katastrophal. Die Männer essen Gras, viele leiden an Fleckfieber.

Bewachung

Kommandoführer Konrad Maier und zunächst 30, später 73 SS-Wachmänner (März 1945).

Todesopfer

Mindestens 236 Männer gehen in Saal zugrunde. Zuletzt sterben bei der Lagerauflösung 16 Männer, als die SS die Krankenbaracke anzündet.

Auflösung / Kriegsende

Etwa am 20. April 1945 kommt ein Todesmarsch aus Hersbruck in Saal an. 400 Kranke bleiben in Saal zurück. Die anderen Häftlinge werden in offenen Waggons in das KZ Dachau transportiert. Unterwegs erhalten sie keine Verpflegung. Nur 154 erreichen Dachau nach vier Tagen lebend.

Heutige Gedenkzeichen

Seit 2016 erinnern sechs Informationstafeln an das Außenlager. Auf dem Friedhof in Saal ist ein Gedenkstein.
Saal a.d. Donau - Bild 1Denkmal für das Außenlager auf dem Friedhof von Saal, 2006.