»Das Ritual des Henkens«, Zeichnung von Vittore Bocchetta, ohne Jahr<br /><br />Häftlinge müssen beim Appell einer Hinrichtung zusehen. Ein SS-Mann beaufsichtigt zwei Funktionshäftlinge, welche die Hinrichtung durchzuführen haben.
»Das Ritual des Henkens«, Zeichnung von Vittore Bocchetta, ohne Jahr

Auf dem Appellplatz des KZ-Außenlagers Hersbruck zählt die SS morgens und abends die Häftlinge. Häufig finden hier auch Hinrichtungen vor den Augen der angetretenen Gefangenen statt. Stimmt die Zahl der Häftlinge nicht mit den Listen der SS überein, müssen sie so lange stehen, bis der Fehler gefunden, ein geflohener Häftling wieder gefangen oder ein Verstorbener entdeckt ist. Der Appell gehört zur tagtäglichen Tortur des Lebens im KZ.


Zunächst ist der Appellplatz noch eine schlammige Fläche, Ende 1944 lässt ihn die SS mit Bruchsteinen befestigen. Wegen der steigenden Zahl der Häftlinge wird noch eine weiter östlich gelegene Freifläche im Lager für den Appell genutzt.

In den fünfziger Jahren entstehen auf dem einstigen Appellplatz Tennisplätze sowie ein Parkplatz für Besucher von Finanzamt und Freibad.

»Scheissekommando«, Zeichnung von Vittore Bocchetta, ohne Jahr<br /><br />Der östliche Teil des KZ-Außenlagers Hersbruck, der auch als zweiter Appellplatz dient, ist nach Regengüssen mit Morast bedeckt. Holzstege führen zu den einzelnen Baracken. Häftlinge eines Strafkommandos müssen Kot aus den Latrinen, zwischen den Baracken und auf dem morastigen Platz einsammeln und abtransportieren.
»Scheissekommando«, Zeichnung von Vittore Bocchetta, ohne Jahr
 
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