
- Blick von der Burg auf das künftige Lagergelände, Mitte der dreißiger Jahre
Die Gründung des Konzentrationslagers Flossenbürg im Mai 1938 ist Teil einer Funktionserweiterung des gesamten KZ-Systems durch die SS. Die Lager sollen nicht mehr nur dazu dienen, politische Gegner des Nationalsozialismus zu internieren und zu terrorisieren. Die SS will nun auch wirtschaftlichen Profit aus der Häftlingsarbeit ziehen.
Gefangene sollen in SS-eigenen Wirtschaftsbetrieben bei der Produktion von Baustoffen gezielt ausgebeutet werden. Zu diesem Zweck gründet die SS neue Lager und weist immer mehr Menschen in diese ein.
1936/37 wird mit dem Bau von neuen Konzentrationslagern begonnen. Es entstehen die Lager Sachsenhausen und Buchenwald. Die wirtschaftlichen Interessen der SS spielen bei der Wahl neuer Standorte eine immer größere Rolle. Der Ort Flossenbürg ist für sie aufgrund der großen Granitvorkommen interessant.
Die Entscheidung für den neuen Standort fällt im März 1938. Ende April treffen die ersten SS-Wachen ein. Am 3. Mai erreicht der erste Transport mit 100 Häftlingen aus dem KZ Dachau die Baustelle. Zum Jahresende befinden sich bereits 1.500 Häftlinge im Lager.



