KZ-Häftlinge vor der Steinmetzhalle 3, SS-Foto um 1942
(NIOD Amsterdam)

Tau­sen­de KZ-Häft­lin­ge wer­den ge­zwun­gen, im Flos­sen­bür­ger Stein­bruch der Deut­schen Erd- und Stein­wer­ke (DESt) zu ar­bei­ten. Oh­ne Si­cher­heits­vor­keh­run­gen, schlecht be­klei­det und bei je­dem Wet­ter müs­sen sie Er­de ab­tra­gen, Gra­nit­blö­cke ab­spren­gen, Lo­ren schie­ben und Stei­ne schlep­pen. Un­fäl­le sind an der Ta­ges­ord­nung. Käl­te, har­te Ar­beit, völ­lig un­zu­rei­chen­de Er­näh­rung und die will­kür­li­che Ge­walt von SS-Män­nern und Ka­pos füh­ren zum Tod vie­ler Häft­lin­ge.

Ein Ar­beits­tag im Stein­bruch dau­ert zwölf Stun­den, nur un­ter­bro­chen von ei­ner kur­zen Pau­se, in der ei­ne dün­ne Sup­pe aus­ge­geben wird. Die SS zwingt Häft­lin­ge, stun­den­lang im Kreis zu ge­hen und da­bei Stei­ne zu schlep­pen.


Nur we­ni­ge über­le­ben die­se Straf­kom­man­dos. Nach Ar­beits­schluss müs­sen Häft­lin­ge die To­ten zu­rück ins La­ger tra­gen.

Der KZ-Stein­bruch ist der größ­te Wirt­schafts­be­trieb in Flos­sen­bürg: Mit­te 1939 ar­bei­ten dort täg­lich et­wa 850 KZ-Häft­lin­ge, ih­re Zahl steigt bis 1942 auf fast 2.000 an. Bis zu 60 zi­vi­le Be­schäf­tig­te, Ver­ wal­tungs­an­ge­stell­te, Stein­met­ze, Fah­rer und Lehr­lin­ge sind bei der DESt be­schäf­tigt. Vie­le von ih­nen ha­ben re­gel­mä­ßig Kon­takt zu den Häft­lin­gen.