Plan der Stollenanlage in Hersbruck, März 1945<br />Bundesarchiv Berlin<br /><br />Anfang 1945 wird das Projekt Doggerstollen auf etwa ein Drittel der ursprünglichen Planung verringert. Tatsächlich entsteht bis Kriegende nur eine Tunnelanlage von rund 14.000 Quadratmetern Fläche und vier Kilometern Gesamtlänge (im Plan farbig hervorgehoben).
Plan der Stollenanlage in Hersbruck, März 1945

1944/45 versucht die nationalsozialistische Führung in zahlreichen Großprojekten, die Rüstungsindustrie unter Tage zu verlagern und so vor Bombenangriffen zu schützen. Eines dieser Projekte entsteht in Happurg. Häftlinge des Flossenbürger KZ-Außenlagers in Hersbruck müssen ab Juli 1944 ein Stollensystem in den Doggersandstein des Berges Houbirg graben. Geplant ist ein Tunnelsystem von 200.000 Quadratmetern Fläche für die Produktion von BMW-Flugzeugmotoren. Die Hochtief AG, Siemens-Bauunion, AEG und andere namhafte deutsche Unternehmen sind an dem Projekt beteiligt.


Bis zu 2.500 KZ-Häftlinge arbeiten unter elenden Bedingungen im Berg und vor den Stolleneingängen, bei der Anlage von Bahnlinien sowie der Baustelleneinrichtung. Durch Unfälle, Entkräftung und durch die Gewalt von Kapos oder SS sterben jeden Tag Häftlinge. Das Projekt Doggerwerk ist gescheitert: Rüstungsproduktion hat dort nie stattgefunden.

Die Tunnelanlage ist heute stark einsturzgefährdet und nicht zugänglich.

Inneres der Stollenanlage, 2005<br /><br />Nur ein Teil der Anlage ist ausbetoniert. Die nicht gesicherten Bereiche drohen einzustürzen.
Inneres der Stollenanlage, 2005
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