05.01.2016

Vorstellung des Dokumentationsorts Hersbruck/Happurg und Gespräche mit den Ausstellungsmachern am 18. Februar 2016

Seit Januar 2016 erinnert in Hersbruck und Happurg eine Doppelinstallation an das zweitgrößte Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. Unter breitem Medienecho wurde der Dokumentationsort Hersbruck/Happurg anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus eröffnet.

Am 18. Februar stellen die Ausstellungsmacher den Dokumentationsort vor und laden Interessierte ein, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Aula des Paul-Pfinzing-Gymnasiums. Dr. Jörg Skriebeleit, Leiter der Gedenkstätte Flossenbürg, Ulrich Fritz, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Bayerische Gedenkstätten und Leiter des Projekts „KZ-Außenlager in Bayern“ und Dr. Matthias Rittner, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte Flossenbürg und Koordinator des Projektes „Dokumentationsort Hersbruck/Happurg“, geben einen Überblick über die Geschichte des Außenlagers Hersbruck/Happurg und stellen das Konzept des Dokumentationsortes vor.  

Am Nachmittag gibt es bereits die Möglichkeit zu Besichtigungen und Gesprächen vor Ort: um 16 Uhr am Dokumentationsort Happurg (Kreuzung An der Hunnenschlucht / Südring, gegenüber dem Kriegerdenkmal) und um 17 Uhr am Dokumentationsort Hersbruck (Badstraße, in unmittelbarer Nähe der Fackelmann Therme).

Der Außenlager-Komplex Hersbruck entstand ab Juli 1944 im Zuge der Verlagerung der deutschen Rüstungsindustrie unter Tage. Im Doggergestein der Houbirg sollten Stollen zur Aufnahme der BMW-Flugzeugmotorenfabrik Allach errichtet werden. Von den geplanten 120.000 Quadratmeter Stollenfläche wurden bis April 1945 jedoch weniger als 15.000 Quadratmeter ausgebrochen. Eine Produktion von Rüstungsgütern hat im Stollen nie stattgefunden. Der Einsatz von KZ-Häftlingen war fester Bestandteil der Planungen. Bis zur Räumung des Lagers im April 1945 wurden in Hersbruck über 9.000 KZ-Häftlinge gefangen gehalten; etwa 4.000 Menschen starben aufgrund der extremen Existenzbedingungen im Lager und bei der Arbeit im Stollen.