04.01.2016

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus: Eröffnung des Dokumentationsortes Hersbruck/Happurg und Gedenkakt für die Opfer des Nationalsozialismus am 25. Januar 2016

   

Anlässlich des Gedenktags zu Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus eröffnen die Stiftung Bayerische Gedenkstätten und die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg am 25. Januar 2016 den neu errichteten Dokumentationsort Hersbruck/Happurg. Die Eröffnung findet in Anwesenheit von Landtagspräsidentin Barbara Stamm, vom Vorsitzenden des Stiftungsrates, Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle und von Stiftungsdirektor Karl Freller statt. An die Eröffnung schließt sich der Gedenkakt für die Opfer des Nationalsozialimus an, der gemeinsam vom Bayerischen Landtag und der Stiftung Bayerische Gedenkstätten begangen wird.

In Hersbruck befand sich von Juli 1944 bis April 1945 das zweitgrößte Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. 9.000 Häftlinge aus ganz Europa wurden hier gefangen gehalten. Sie mussten im benachbarten Happurg eine unterirdische Stollenanlage für eine Rüstungsfabrik errichten. Der Dokumentationsort Hersbruck/Happurg, der an dieses Lager erinnert, besteht aus zwei aufeinander ausgerichteten Installationen. Die eine befindet sich am ehemaligen Ort der Unterbringung der KZ-Häftlinge in Hersbruck; die andere am ehemaligen Ort der Zwangsarbeit in Happurg.

„Die Erinnerung an die Verbrechen in den Konzentrationslagern wandelt sich, wenn keine Zeitzeugen mehr unter uns sind“, erklärt Stiftungsdirektor Karl Freller. „Dann wird es wichtiger denn je sein, an den historischen Orten über das damalige Geschehen zu informieren, gerade wenn – wie in Hersbruck und Happurg – bauliche Spuren nicht mehr vorhanden oder nicht mehr zugänglich sind.“ Gerade an den Orten ehemaliger KZ-Außenlager hat die Stiftung Bayerische Gedenkstätten in den letzten Jahren ihr Engagement verstärkt. „Neben Hersbruck/Happurg sind auch in Mühldorf und Kaufering Dokumentationsorte geplant oder bereits im Entstehen“, so Freller.

Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg hat mit modernen Ausstellungskonzeptionen in den vergangenen Jahren neue Standards in der musealen Präsentation von NS-Geschichte gesetzt und ist hierfür vielfach ausgezeichnet worden. Mit der hauptsächlich medienbasierten Doppelinstallation in Hersbruck/Happurg führen die Stiftung und das Team der Gedenkstätte den Weg der Erneuerung der Erinnerungskultur durch innovative Präsentations- und Vermittlungsformen konsequent weiter fort. Für das gestalterische Konzept des Dokumentationsortes zeichnet das renommierte Büro Bertron Schwarz Frey (Ulm, Berlin) verantwortlich.

Das Bayerische Fernsehen sendet live von der Gedenkfeier. Auf BR.de können Sie die Eröffnung im Livestream ab 12:00 Uhr mitverfolgen.

Weitere Informationen zum Außenlager Hersbruck finden Sie hier.