04.07.2016

Nachruf auf Paul Beschet

(26.2.1920 – 1.7.2016)

Foto: Thomas Muggenthaler

Paul Beschet wurde am 26. Februar 1920 in Lyon geboren. Dort besuchte er das Jesuitenkolleg und begann nach dem Abitur ein Noviziat bei den Jesuiten. Ab 1943 betreute er als Seelsorger Franzosen, die von der Vichy-Regierung zum Arbeitsdienst in Deutschland verpflichtet worden waren. Am 19. April 1944 wurde Paul Beschet in Sondershausen verhaftet. Vom Gefängnis Gotha wurde er am 12. Oktober 1944 in das Konzentrationslager Flossenbürg gebracht. Am 30. Oktober 1944 wurde er in das Außenlager Zwickau überstellt und zur Arbeit in der Rüstungsproduktion bei den Horch-Werken gezwungen. Paul Beschet überlebte den Todesmarsch nach der Evakuierung des Lagers am 14. April 1945. Nach der Befreiung kehrte er nach Lyon zurück. Er studierte Philosophie und Theologie und wurde 1952 zum Priester geweiht. Regelmäßig nahm er seit 2005 an den Treffen der ehemaligen Häftlinge in Flossenbürg teil und feierte in der Kapelle eine Messe. Sein Erinnerungsbericht an die Haftzeit erschien 2005 auch in deutscher Sprache unter dem Titel »Mission in Thüringen«. Am 1. Juli ist Paul Beschet im Alter von 96 Jahren verstorben. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg trauern um ihn.