07.02.2016

»Verlorenes Gedächtnis? Orte der NS-Zwangsarbeit in der Tschechischen Republik«

Werkstattausstellung vom 18. März bis 10. April 2016 im ehemaligen Arrestbau der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, geöffnet täglich 10 bis 16 Uhr

   

Die Ausstellung „Verlorenes Gedächtnis? Orte der NS-Zwangsarbeit in der Tschechischen Republik“ thematisiert die nicht allzu bekannte Geschichte der NS-Zwangsarbeit in den böhmischen Ländern. In 18 Kapiteln erzählt sie von Ereignissen, die sich in den Jahren 1938–1945 abspielten, aber die Landschaften in Böhmen, Mähren und Schlesien weiter beeinflussen. Ihre Spuren finden sich bei genauerem Hinsehen bis heute.

 

NS-Zwangsarbeit betraf nicht nur Menschen, die im „Altreich“ eingesetzt wurden. Sie ereignete sich auch an einer Vielzahl von Orten in der heutigen Tschechischen Republik. Sowohl in den Gebieten, die 1938 an das Deutsche Reich angeschlossen wurden, die oft etwas ungenau als Sudetenland bezeichnet werden, als auch im Protektorat Böhmen und Mähren. Immer neue Personengruppen wurden Opfer eines immer differenzierteren Systems der NS-Zwangsarbeit.

 

Die deutsch-tschechische Ausstellung wirft am Beispiel von 18 exemplarisch ausgewählten Orten in der Tschechischen Republik einen Blick auf die NS-Zwangsarbeit. Aktuellen Bildern der Orte werden Zeitzeugenaussagen und historische Fotografien gegenübergestellt, die im Zusammenhang mit der NS-Zwangsarbeit und der Nachkriegsgeschichte der Orte stehen. Bei der Materialauswahl wurde neben tschechischen Opfern, speziell auch Ausländern ein gebührender Platz eingeräumt, um die europäische Dimension der NS-Zwangsarbeit zu verdeutlichen.

 

Im Rahmen der Ausstellung wird den Orten ein Teil ihrer Geschichte zurückgegeben, der in Verbindung mit der NS-Zwangsarbeit steht. Sie stellt die Frage, woran es liegt, dass wir über den sog. Totaleinsatz im Deutschen Reich relativ viel wissen, während der Zwangsarbeitereinsatz auf dem Gebiet der Tschechischen Republik weitgehend unbekannt ist?

Eine Ausstellung des Institut Terezínské iniciativy