28.06.2018

Abschied von Jerzy Machowczyk

31. Oktober 1923 - 26. Juni 2018

Jerzy Machowczyk (Mitte) mit Angehörigen vor der Skultpur »Ohne Namen« bei einem Besuch in Hersbruck, 2014. Foto: Verein Dokumentationsstätte KZ Hersbruck

   

Mit Trauer und Bestürzung haben wir vom Tod von Jerzy Machowczyk erfahren. Während des Krieges arbeitet Jerzy Machowczyk als Elektriker bei den Warschauer Verkehrsbetrieben. Kurz nach Ausbruch des Warschauer Aufstands im August 1944 wird er wie Zehntausende Polen in verschiedene Konzentrationslager verschleppt. Im Oktober 1944 kommt Jerzy Machowczyk in das Außenlager Hersbruck des KZ Flossenbürg. Dort muss er beim Transportkommando Kies und Zement in Waggons zur Endstation am Berg hinaufschaffen. Jerzy Machowczyk ist schockiert über die Haftbedingungen auf dem sumpfigen Gelände und über den physischen und mentalen Zustand der Häftlinge. Im März 1945 bekommt er aufgrund der schweren Arbeit Phlegmone am Bein. Bei der Auflösung des Lagers im April wird er zusammen mit den anderen Kranken in Güterwaggons in das KZ Dachau gebracht, wo er befreit wird.

 

Nachdem Jerzy Machowczyk halbwegs genesen ist, kehrt er in seine Heimat zurück. Dort lernt er seine zukünftige Frau kennen. 1951 schließt er sein Studium an der Technischen Universität in Łódź ab. Mehr als 40 Jahre arbeitet er bei der Bauaufsicht in Wrocław. Darüber hinaus engagiert er sich ehrenamtlich für das Maximilian-Kolbe-Werk, einer Hilfsorganisation für Überlebende der Konzentrationslager und Ghettos. Erst 2014 kehrt er zum ersten Mal nach dem Ende des Krieges nach Hersbruck zurück. Am 26. Juni 2018 ist Jerzy Machowczyk im Alter von 95 Jahren verstorben. Unser aufrichtiges Beileid gilt seinen Angehörigen.

 

Dr. Jörg Skriebeleit und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg