07.10.2018

Themenrundgang: Homosexuelle Häftlinge im KZ Flossenbürg

7. Oktober 2018, 15 Uhr

Richard Grune: Unterernährte Häftlinge im Bad, 1945. Grune wird als Homosexueller in den Konzentrationslagern Lichtenburg, Sachsenhausen und Flossenbürg inhaftiert.

Männliche Homosexualität galt für die Nationalsozialisten als »artfremd« und bedrohte ihre bevölkerungspolitischen Ziele. Ab 1935 verschärften sie die Verfolgung und wiesen mehrere Tausend in Konzentrationslager ein. Im KZ Flossenbürg wurden mindestens 375  Männer von der SS als Homosexuelle registriert. Sie waren nicht nur gewalttätigen Übergriffen durch die SS ausgesetzt, sondern wurden auch durch andere Insassen bedroht. Mindestens 94 von ihnen starben im Lager. Auch nach 1945 war Homosexualität in beiden deutschen Staaten ein strafbares Delikt. So waren viele der Männer, die die Lagerhaft überlebt haben, erneut von Verfolgung betroffen. Julius Scharnetzky, wissenschaftlicher Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg beleuchtet in dem Rundgang zentrale Aspekte der Verfolgung von Homosexuellen im Nationalsozialismus und stellt einzelne Schicksale von Häftlingen, die als Homosexuelle in Flossenbürg verfolgt wurden, vor.

Der Themenrundgang findet zusätzlich zu den regulären Führungen (samstags und sonntags, 14 Uhr) statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Treffpunkt: vor der ehemaligen Lagerwäscherei.