13.10.2019

Themenrundgang: Homosexuelle Häftlinge im KZ Flossenbürg

13. Oktober 2019, 15 Uhr

Richard Grune: Unterernährte Gefangene im Bad, 1945. KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Grune ist wegen Homosexualität inhaftiert

Rundgang mit Julius Scharnetzky, M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Männliche Homosexualität galt für die Nationalsozialisten als »artfremd« und bedrohte ihre bevölkerungspolitischen Ziele. Ab 1935 verschärften sie die Verfolgung und wiesen mehrere Tausend in Konzentrationslager ein. Im KZ Flossenbürg wurden mindestens 375  Männer von der SS als Homosexuelle registriert. Sie waren nicht nur gewalttätigen Übergriffen durch die SS ausgesetzt, sondern wurden auch durch andere Insassen bedroht. Mindestens 94 von ihnen starben im Lager. Auch nach 1945 war Homosexualität in beiden deutschen Staaten ein strafbares Delikt. So waren viele der Männer, die die Lagerhaft überlebt haben, erneut von Verfolgung betroffen. In dem Rundgang werden zentrale Aspekte der Verfolgung von Homosexuellen im Nationalsozialismus und einzelne Schicksale von Häftlingen, die als Homosexuelle in Flossenbürg verfolgt wurden, vorgestellt.

Treffpunkt: vor der ehemaligen Lagerwäscherei
Die Teilnahme ist kostenlos.