24.10.2018

Wir trauern um Henry Greenbaum

1.4.1928 – 24.10.2018

Foto: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, 2014

Mit Bestürzung haben wir die Nachricht vom Tod von Henry Greenbaum erhalten. Henry Greenbaum wurde am 1. April 1924 als Chuna Grynbaum in Starachowice (Polen) geboren. 1940 musste er mit seiner Familie in das Ghetto Starachowice übersiedeln. Im Oktober 1942 wurde das Ghetto aufgelöst. Seine Mutter und zwei seiner Schwestern wurden in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und dort ermordet. Chuna Grynbaum wurde in ein Zwangsarbeitslager überstellt und 1944, mit 16 Jahren, nach Auschwitz deportiert. Im KZ Buna-Monowitz musste er Zwangsarbeit für die I.G. Farben leisten. Im Februar 1944 wurde er in das KZ Flossenbürg verschleppt und am 25. April 1945 auf dem Todesmarsch bei Neunburg vorm Wald befreit. Von seinen acht Geschwistern überlebten nur zwei Brüder und eine Schwester.

Er emigrierte 1946 in die USA, wo er sich Henry Greenbaum nannte. Viele Jahre arbeitete er als Freiwilliger beim United States Holocaust Memorial Museum und berichtete über sein Schicksal. 2014 besuchte er die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg und nahm an dem jährlichen Treffen der Überlebenden und den Feierlichkeiten anlässlich des Jahrestags der Befreiung teil. Am 24. Oktober ist Henry Greenbaum im Alter von 90 Jahren in Rockville verstorben. Unser aufrichtiges Beileid gilt seinen Angehörigen.

Dr. Jörg Skriebeleit und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg