19.08.2019

Wir trauern um Majda Miklič-Dašić

28. Januar 1923 – 14. August 2019

Majda Miklič-Dašić zusammen mit ihrer Enkelin Tanja im Jahr 2018, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Majda Miklič-Dašić zusammen mit ihrer Enkelin Tanja im Jahr 2018, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Majda Miklič-Dašić wurde als Marija Koder 1923 in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana geboren. Nach der Besetzung des Königreichs Jugoslawien im Frühjahr 1941 durch die Achsenmächte geriet Ljubljana unter italienische Kontrolle. Majda Miklič-Dašić schloss sich daraufhin der „Befreiungsfront“ (Osvobodilna fronta) an, warb neue Mitglieder an, verteilte Flugblätter und beschaffte notwendige Ressourcen. Auf einer Demonstration gegen die Besatzung wurde sie verhaftet und zu acht Jahren Gefängnis verurteilt, nach der Kapitulation Italiens 1943 jedoch vorzeitig entlassen. Kurze Zeit später - der vormals italienische besetzte Teil Sloweniens stand nun unter deutscher Besatzung - wurde die gesamte Familie Koder verhaftet und in Konzentrationslager eingewiesen. Ihr Vater Leopold Koder starb im Konzentrationslager Dachau und ihr Bruder Leopold junior wurde als Geisel von den Deutschen erschossen. Majda und ihre Mutter Marijana wurden in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück verschleppt und später getrennt. Die SS überstellte Majda in das Ravensbrücker Außenlager Neurohlau, das ab September zum Lagerkomplex Flossenbürg gehörte. Nach Kriegsende kehrte Majda Koder nach Ljubljana zurück, Monate später auch die Mutter Marijana. Die junge Frau litt schwer unter den Erfahrungen ihrer Haft. Nur langsam gealng es ihr, zu einem normalen Leben zurückzukehren. Sie heiratete zweimal, bekam zwei Kinder und wurde Geschäftsführerin einer Firma. Bereits in den 1980er Jahren kehrte sie nach Ravensbrück zurück. Seit 2013 nahm sie jährlich am Treffen der überlebenden Häftlinge des Lagerkomplexes Flossenbürg zusammen mit ihrer Tochter, ihrem Schwiegersohn und ihrer Enkelin Tanja teil. In diesen Stunden sind die Gedanken aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihren Angehörigen, denen unsere aufrichtige Anteilnahme gilt.

Dr. Jörg Skriebeleit und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg