Gedächtnisallee 5
D-92696 Flossenbürg

+49 9603-90390-0

Wir trauern um Dov Nasch

7. April 1930 – 25. November 2019

Dov Nasch wird am 7. April 1930 als Bernat Nasch im tschechoslowakischen Ort Nové Zámky geboren, der zwischen 1938 und 1945 zu Ungarn gehörte. Er ist das zweitjüngste Kind einer jüdischen Familie. Die Familie Nasch gehört zu den etwa 400.000 ungarischen Jüdinnen und Juden, die im Frühsommer 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt werden. Der Großteil von ihnen wird direkt nach der Ankunft ermordet, unter ihnen sind auch Dovs Mutter und der jüngere Bruder Emil. Auch Dov wird zunächst zur Gruppe der „Arbeitsunfähigen“ geschickt. Jedoch gelingt es ihm unbemerkt, auf die andere Seite zu wechseln. Über das Auschwitzer Außenlager Gleiwitz und das Konzentrationslager Sachsenhausen wird er von der SS in das Konzentrationslager Flossenbürg verschleppt, wo er am 6. Februar 1945 registriert wird. Im Zuge der Auflösung des Konzentrationslagers Flossenbürg Mitte April 1945 verlässt Dov Nasch das Lager auf einen Todesmarsch in Richtung Süden. Am 23. April 1945 wird er von amerikanischen Truppen bei Stamsried befreit. Die ersten Monate nach dem Krieg verbringt Dov Nasch in einem Kinderheim für Kinderüberlebende im Kloster Indersdorf und sucht nach seinem Vater. Erst später erfährt er, dass dieser im Konzentrationslager Mauthausen ermordet wurde. Nach einem kurzen Aufenthalt im britischen Manchester nimmt Dov Nasch Kontakt mit einem Onkel in Palästina auf, der dort bereits vor dem Krieg gelebt hatte. Von diesem erfährt er, dass auch seine vier älteren Geschwister überlebt haben und nach Palästina ausgewandert waren. 1947 geht auch Dov Nasch nach Palästina. Er arbeitet als Diamantensäger in einer Fabrik. Anfang der 1960er Jahre lernt er seine spätere Frau kennen, die aus Belgien zu Besuch in Israel ist. Nach der Hochzeit leben beide in Belgien. Er ist Vater einer Tochter und eines Sohnes.

In den Jahren 2009 und 2010 nimmt Dov Nasch am Treffen der überlebenden Häftlinge in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg teil.

In diesen Stunden sind die Gedanken aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei seinen Angehörigen, denen unsere aufrichtige Anteilnahme gilt.

Dr. Jörg Skriebeleit und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Foto: Dov Nasch im Kloster Indersdorf, 1945, MoJH, New York/ USHMM, Washington D.C./KZ-Gedenkstätte Flossenbürg