Venusberg subcamp

8. Januar 1945 bis 13. oder 14. April 1945

Prisoners

Im Januar kommen 500 ungarische Jüdinnen aus dem KZ Ravensbrück. Am 20. Februar werden 500 Frauen aus dem KZ Bergen-Belsen überstellt. 180 kommen aus Ungarn, 144 aus Polen, 102 aus Griechenland. Die anderen Frauen stammen aus Frankreich, den Niederlanden, Italien, Tschechien, Deutschland, der Türkei und Jugoslawien.

Forced labor and quarters

Herstellung von Flugzeugteilen für die Junkers-Werke Dessau. Diese haben eine Teilfertigung unter dem Decknamen »Venuswerke« in die Spinnerei Gebr. Schüller verlagert. Die Häftlinge arbeiten in einem abgetrennten Gebäudeteil auf zwei Stockwerken. Sie sind in einem umzäunten und mit Wachtürmen umgebenen Barackenlager etwa einen Kilometer von der Fabrik entfernt untergebracht. Der Leiter der Spinnerei Schüller, Wunderlich, beklagt die Zustände in dem Außenlager sehr deutlich, allerdings erfolglos,. Er protestiert unter anderem dagegen, »dass die Häftlinge so eng eingepfercht werden, dass die Gefahr des Ausbruchs von Seuchen besteht«.

Guards

Kommandoführer Johann Dücker, 20 Wachmänner und 21 Aufseherinnen.

Death toll

46 Frauen; auf dem Todesmarsch stirbt mindestens die Hälfte der Frauen an Unterernährung und Typhus.

Disbanding of the camp / end of the war

Das Außenlager wird am 13. oder 14. April evakuiert und die Frauen erreichen nach einer etwa zweiwöchigen Irrfahrt in geschlossenen Viehwaggons am 4. Mai 1945 das KZ Mauthausen, wo sie einen Tag später von amerikanischen Truppen befreit werden.

Commemoration

Ein Denkmal für die verstorbenen Frauen und einige tote Zwangsarbeiter wurde an der Stelle des ehemaligen Massengrabes errichtet.
Venusberg - Bild 1Häftlingslager in Venusberg, 1944. Heimliche Aufnahme eines unbekannten Fotografen.