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Ende der Zeitzeugenschaft?

17. Juni 2020 - 13. Dezember 2020

75 Jahre nach Kriegsende gibt es kaum noch Überlebende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, die aus eigener Erfahrung sprechen können – oder von jenen Menschen berichten, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Jedoch sind viele ihrer Erinnerungen in schriftlichen Zeugnissen sowie unzähligen Videointerviews in den Archiven von KZ-Gedenkstätten, NS-Dokumentationszentren sowie Museen bewahrt. Am Ende der Zeitzeugenschaft stellt sich für die Institutionen daher die Frage, wie sie mit diesem Erbe in Zukunft umgehen wollen. Grund genug, den Blick auf die Geschichte der Zeitzeugenschaft zu richten, die komplexen Beziehungen zwischen Zeitzeug*innen und Interviewer*innen, Medium und Gesellschaft zu erkunden und ihrer Rolle seit 1945.

Die Ausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft?“ setzt die Überlebenden mit ihren Erzählungen ins Zentrum, hinterfragt die „Gemachtheit“ der Zeitzeugeninterviews, beleuchtet die Bedingungen, unter denen die Überlebenden ihre Erlebnisse erzählen konnten und mit welchen Intentionen sie dies taten. Die Besucherinnen und Besucher erhalten damit auch Einblicke in die umfangreiche Sammlung videografierter Zeitzeugeninterviews der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt zwischen der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg und dem Jüdischen Museum Hohenems und wird aus Mitteln der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft finanziert.

Im Jüdischen Museum Hohenems ist die Ausstellung bereits zwischen dem 10. November 2019 und dem 13. April 2020 mit einem spezifischen Teil zu den Sammlungsbeständen des Jüdischen Museums zu sehen.