18.11.2009 · www.oberpfalznetz.de

Jeder zweite Häftling überlebte nicht

Nazi-Lager Hersbruck: Ausstellung macht Spuren der Vergangenheit wieder lesbar

Hersbruck. (Stephan Maurer, dpa) Es war eines der größten und schlimmsten Außenlager des KZ Flossenbürg: Rund 9000 Menschen wurden 1944 und 1945 von den Nazis im Lager Hersbruck/Happurg, östlich von Nürnberg, gefangen gehalten. Zwangsarbeit, Folterungen, Hinrichtungen - jeder zweite Häftling überlebte nicht. Nach dem Krieg wurde das schreckliche Geschehen verdrängt, das Gelände neu bebaut. Erst jetzt werden die damaligen Ereignisse dem Vergessen entrissen: Eine Ausstellung, die heute in Hersbruck eröffnet wird, soll die Spuren der Vergangenheit wieder lesbar machen.

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18.11.2009 · www.br-online.de

Glasstelen gegen das Vergessen

Nazi-Lager Hersbruck: Ausstellung macht Spuren der Vergangenheit wieder lesbar

Es war eines der größten Außenlager des KZ-Flossenbürg: 5.000 Menschen wurden 1944 und 1945 im Lager Hersbruck/Happurg von den Nazis umgebracht. Lange hat auf dem Gelände nichts daran erinnert. Und viele Hersbrucker waren froh darüber. Nun informiert eine Ausstellung an die Gräueltaten der Nazis.

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12.10.2009 · www.oberpfalznetz.de

Fackelträger der Demokratie

Kultusminister Ludwig Spaenle würdigt Engagement des Fördervereins für die KZ-Gedenkstätte

Stiftungsdirektor Karl Freller, Landrat Simon Wittmann, Minister Dr. Ludwig Spaenle und Altbürgermeister Johann Werner (vorne, von rechts) feierten mit 80 Gästen zwar kein großes Jubiläum, dafür aber ein Jahrzehnt in dem der Förderverein für die KZ-Gedenkstätte viel bewegte. (Foto: Bernhard Neumann)

Flossenbürg. (nm) „Flossenbürg macht Geschichte.“ Mit diesen Worten würdigte Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle das Engagement in der Grenzgemeinde und speziell die Arbeit im Förderverein für die KZ-Gedenkstätte. Die mehr als 130 Mitglieder zählende Gemeinschaft feierte am Freitag zehnjähriges Bestehen.

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27.07.2009 · www.oberpfalznetz.de

"Euer Vermächtnis bleibt erhalten"

Feierstunde mit 500 Teilnehmern in KZ-Gedenkstätte

Auch wenn es sich alle Jahre wiederholt, zum Ritual ist es nicht geworden. Mehr als 70 Überlebende des KZ-Terrors aus 18 Nationen kehrten am Wochenende an den Ort zurück, wo für sie von 1938 bis 1945 Leid, Grausamkeiten und Tod allgegenwärtig waren. Vorgestellt wurde bei der Feierstunde in der Gedenkstätte Flossenbürg (Kreis Neustadt/WN) das von den Überlebendenvertretern aller deutschen Konzentrationslager verfasste "Vermächtnis".

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25.07.2009 · www.oberpfalznetz.de

Erzählen vom Unvorstellbaren

"Jakubs Welt" - Die Erinnerungen des Jack Terry, von Jack Terry und Alicia Nitecki, 142 Seiten, München 2005, 1. Auflage.

KZ-Überlebende Jack Terry und David Arben sprechen über ihre Erlebnisse in Flossenbürg

Weiden. (wüw) Vor Beginn wirkten einige Wirtschaftsschüler etwas desinteressiert. Als die Veranstaltung dann losging, war davon nichts mehr zu merken. Die Schüler hörten gebannt zu, obwohl in den folgenden zwei Schulstunden hauptsächlich englisch gesprochen wurde.

Mit Jack Terry und David Arben waren zwei Überlebende des Konzentrationslagers (KZ) Flossenbürg nach Weiden gekommen, um mit den Schülern der Klassen 9Ha und 9Hb sowie der Projektgruppe KZ Flossenbürg über ihre Erlebnisse zu sprechen. Als die beiden 1945 aus der Haft befreit wurden, waren sie etwa im Alter eben dieser Schüler und hatten in den Jahren davor unvorstellbare Qualen erleben müssen.

Das Buch gibt es kostenlos bei der Landeszentrale für Politische Bildung in München.

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13.05.2009 · www.sueddeutsche.de

Demjanjuk und die Schuld

Der mutmaßliche Kriegsverbrecher John Demjanjuk in den Händen der Justiz: Im wohl letzten NS-Prozess geht es nicht um Strafe. Es geht darum, Unrecht festzuhalten.

Heute sind sie gebrechlich, tatterig und schwerhörig. Damals, vor unendlich langer Zeit, haben die Männer, die heute auf die neunzig zugehen, im Schlachthaus der Weltgeschichte für "Ruhe und Ordnung" gesorgt. Sie haben hungernde Kinder Kot fressen lassen und sie anschließend erschossen. Sie haben getötet - wen, wenn und wann sie wollten; grausam, nach Laune, tausend- und zehntausendfach.

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12.05.2009 · www.oberpfalznetz.de

Leberkäse und Kartoffelbrei für den Gefangenen aus den USA

John Demjanjuk bei Ankunft in Deutschland wach und ansprechbar

München. (AFP) Am Ende war er fast pünktlich. Um 09.12 Uhr sollt der Jet mit John Demjanjuk an Bord eigentlich landen, er tat es um 09.15 Uhr. Streifenwagen geleiteten das Flugzeug in einen Hangar, der kurz darauf verschlossen wurde - das vorläufige Ende einer über Monate andauernden Nervenschlacht. Damit steht aber nur fest, dass der 89 Jahre alte Demjanjuk 64 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs auch tatsächlich mit den Vorwürfen gegen sich konfrontiert wird. Ob er für Beihilfe zum Mord an 29.000 Juden am Ende auch juristisch zur Verantwortung gezogen werden kann, ist offen. 

Die Sondermaschine mit Demjanjuk an Bord hob im Sonnenuntergang am
Burke Lakefront Airport in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio ab. Für
den von einem Arzt und Pflegern begleiteten Rentner war es die
letzte Gelegenheit, noch einmal eine Blick aus dem Fenster auf seine Heimat der vergangenen Jahrzehnte zu werfen. Die USA haben Demjanjuk die Staatsbürgerschaft entzogen, er wird jetzt bis an sein Lebensende in Deutschland bleiben. Die Frage ist nur, ob in Freiheit oder im Gefängnis.

Den Flug über schlief der 89-Jährige die meiste Zeit. Nach der Landung brachte ein Krankenwagen ihn nach Stadelheim. In dem Münchner Gefängnis wartete bereits ein Bett in der Krankenstation auf Demjanjuk. Auf 20 Quadratmetern wird er dort nun zunächst mit
einem anderen Gefangenen untergebracht sein. Demjanjuk sei wach und ansprechbar, berichtete das Gefängnispersonal, das den in der Ukraine geborenen, später in Bayern lebenden und dann 1952 in die USA ausgewanderten Gefangenen auf Deutsch anredete. Von der Gefängnisleitung wurde ihm leichte Kost zugeteilt - wobei das Mahl mit bayerischem Leberkäse und Kartoffelbrei eigentlich recht deftig ausfiel.

Nach dem Essen fing der Ermittlungsrichter gegen 14.00 Uhr im Beisein eines Staatsanwalts und Verteidigers an, Demjanjuk den 21-seitigen Haftbefehl zu verlesen. Darin wurden all die Vorwürfe zusammen gefasst, die der deutsche Nazijäger Kurt Schrimm mit seiner Ludwigsburger Fahndungsstelle zusammen getragen hatte. Kernbeweisstück ist dabei ein Ausweis, nach dem Demjanjuk von März bis September 1943 KZ-Wächter in Sobibor war. Die Fahnder ermittelten außerdem in Kleinarbeit mit genauen persönlichen Daten 29.000 einzelne Schicksale von Juden, die in dieser Zeit in Sobibor getötet wurden.

Wegen der genauen Dokumentation der Vorwürfe glaubt die Staatsanwaltschaft, innerhalb weniger Wochen Anklage erheben zu können. Doch sicher ist dies nicht, da es eine ganze Reihe offener Fragen gibt. Zuerst müssen nun deutsche Gerichtsärzte klären, ob Demjanjuk überhaupt gesundheitlich haftfähig ist. Am Dienstag begannen bereits die Laboruntersuchungen. Sollte Demjanjuk nicht haftfähig sein, müsste er wieder freigelassen werden.

Doch auch falls seine Gesundheit einen Prozess zulässt, ist ein schneller Beginn nicht ausgemacht. Denn Demjanjuk kann zu den Vorwürfen Stellung beziehen. Falls er dabei einen neuen Sachverhalt schildert, müssten die Staatsanwälte diesen vor einer Anklagerhebung zunächst prüfen.

Und es steht auch noch eine Haftbeschwerde von Demjanjuks Rechtsanwalt Ulrich Busch im Raum. Demjanjuk verneine, je KZ-Wächter in Sobibor gewesen zu sein, sagt Busch. Falls er es doch gewesen sei, dürfe er aber trotzdem nicht angeklagt werden: Als Ukrainer habe er vor der Wahl gestanden, entweder mitzumachen oder selbst getötet zu werden - auf diesen Befehlsnotstand könne nur ein Freispruch folgen. Und schließlich sei Demjanjuk bereits in Israel und Polen vom Vorwurf freigesprochen worden, KZ-Wächter in Sobibor gewesen zu sein - eine weitere Anklage dürfe es nicht geben.

Während sich im fernen Cleveland die Familie Demjanjuks über einen «unmenschlichen Umgang» mit dem Greis beklagte, zeigten die Vertreter der Opfer Genugtuung. Ein Prozess gegen Demjanjuk habe einen hohen symbolischen Stellenwert, erklärte Charlotte Knobloch, die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. «Es geht nicht um Rache, sondern um Gerechtigkeit.» 

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