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Die Schatten der Vergangenheit - Wie eine Recherche ein Dorf mit einem NS-Verbrechen konfrontiert

„radioFeature Hörbild“ von Bayern 2

Ein amerikanischer Soldat fand 1945 in einem der SS-Häuser im soeben befreiten KZ Flossenbürg Fotos, die er als Souvenirs mit in die USA nahm und in ein Album klebte. Bei den Recherchen zur neuen Dauerausstellung in der KZ-Gedenkstätte kamen diese Aufnahmen aus den USA wieder zurück. Seit 2007 hängt diese Fotoserie nun in Flossenbürg. Die Fotos dokumentieren die Exekution eines polnischen Zwangsarbeiters durch ein Hinrichtungskommando des KZ Flossenbürg auf dem Land und sie sorgen in ganz Deutschland für Aufsehen, weil es sonst keine Fotos dieser Art gibt.

Thomas Muggenthaler begab sich auf Spurensuche und wurde fündig. Die Spur führt nach Michelsneukirchen, in ein beschauliches Dorf im Landkreis Cham. Hier wurde unter der Regie der Gestapo Regensburg am 19. April 1941 Julian Majka hingerichtet. Sein „Verbrechen“: Eine Liebesbeziehung mit einem deutschen Mädchen, das von ihm schwanger war.

Thomas Muggenthaler fand den Tatort und schaltete das Landeskriminalamt ein. Er suchte Zeitzeugen und musste feststellen, dass über den Tod von Julian Majka nicht gern geredet wird in Michelsneukirchen. Ein Thema ist der Tod des damals 28- jährigen allerdings in Polen. Dort lebt seine Tochter, die bereits auf der Welt war, als ihr Vater er nach Deutschland kam.

Den Podcast der Sendung finden Sie hier zum nachhören.


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