Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg zeigt bis zum 4. Oktober 2026 die Ausstellung „Vittore Bocchetta – Ein Leben in Bewegung“ im Gebäude der ehemaligen Häftlingsküche. Präsentiert werden Werke des italienischen Künstlers, Widerstandskämpfers und Überlebenden des Konzentrationslagers Flossenbürg aus der Sammlung der KZ-Gedenkstätte.
Im Zentrum der Ausstellung finden sich Arbeiten, die eng mit Vittore Bocchettas Erinnerungen an Verfolgung, Haft und Befreiung verbunden sind. Ein Teil der präsentierten Werke entstand 1986 im Zusammenhang mit der Arbeit an seiner Autobiografie. In ihnen werden Erfahrungen von Angst, Isolation und Verlust ebenso sichtbar wie Momente von Menschlichkeit und zwischenmenschlicher Verbundenheit. Dadurch eröffnen die Arbeiten einen persönlichen Zugang zur Geschichte nationalsozialistischer Verfolgung und deren Nachwirkungen bis in die Gegenwart.
Vittore Bocchetta wird 1918 auf Sardinien geboren und wächst in Verona auf. Als Student beteiligt er sich am Widerstand gegen das faschistische Mussolini-Regime und die deutsche Besatzung Italiens. 1944 wird er verhaftet und über Bozen und Flossenbürg in das Flossenbürger Außenlager Hersbruck deportiert. Während der Evakuierung des Lagers im Frühjahr 1945 gelingt ihm die Flucht.
Nach dem Krieg lebt Bocchetta in Südamerika und den USA. Neben seiner Tätigkeit als Dozent und Literaturprofessor widmet er sich zunehmend der Kunst. Sein Werk umfasst Zeichnungen, Gemälde, Collagen und Skulpturen, die in zahlreichen Ausstellungen in Europa und Amerika gezeigt werden.
Kuratorenrundgänge finden am 16. August und 13. September 2026 jeweils um 15 Uhr statt. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Fotos von der Ausstellung finden Sie auf unserer Homepage unter https://www.gedenkstaette-flossenbuerg.de/de/pressebereich/pressebilder.
Bis 4. Oktober 2026
Täglich 9.00 - 17.00 Uhr
Wechselausstellungsbereich in der ehem. Häftlingsküche
Eintritt frei