Ein Journalist beim Prager Tagblatt und seine gescheiterte Flucht aus der Tschechoslowakei
Fritz Seemann war in den 1930er Jahren Redakteur beim Prager Tagblatt, der größten deutschsprachigen Tageszeitung in der Tschechoslowakei. Trotz seiner jüdischen Herkunft besucht er bis 1934 mehrmals Deutschland, um über den Aufstieg Hitlers zu berichten. Spott über die brachiale Propaganda der Nationalsozialisten wich bald der Bestürzung über die schnelle Errichtung der Diktatur und die einsetzende Verfolgung von Jüdinnen und Juden. In dieser Zeit korrespondierte Seemann mit dem Astronomen Arthur Beer in London. Der anfangs private Austausch entwickelte sich zur plamäßigen Suche nach einer Fluchtmöglichkeit. Das Münchner Abkommen 1938 und die Okkupation der Tschechoslowakei im März 1939 stellten beide vor immer größere Hürden.
Ab sofort erhältlich im Buchhandel oder vor Ort in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
Herausgegeben von Annette Kraus und Prof. Dr. Jörg Skriebeleit im Auftrag der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
Wallstein Verlag | 292 Seiten | 28,- Euro
ISBN 978-3-8353-6122-5
Der Briefwechsel und Fritz Seemanns Zeitungstexte aus den frühen 1930er Jahren greifen ineinander. Gerahmt von Fotos, Dokumenten und Informationen zur Biographie entsteht das Porträt eines zweisprachigen Intellektuellen in der Tschechoslowakei der Zwischenkriegszeit. Darüber bietet das Buch Innenansichten in die letzten Jahre des Prager Tagblatts und die verzweifelten Versuche vieler Menschen, den Fängen der Nationalsozialisten zu entkommen.
Fritz Seemann (1900–1942) kam aus dem nordböhmischen Reichenberg, heute Liberec. Nach einem Musikstudium in Prag und Erfolgen als Operettenkomponist wurde er 1929 Redakteur beim Prager Tagblatt. Zudem arbeitete er für den Tschechoslowakischen Rundfunk, den Film und in der Werbung. Fritz Seemann starb 1942 im Konzentrationslager Flossenbürg.
Annette Kraus, geb. 1982, arbeitet für Museen und Medien als Autorin, Lektorin und Übersetzerin. Sie studierte Kulturwissenschaften, Germanistik und Bohemistik in München, Regensburg und Prag.
Jörg Skriebeleit, geb. 1968, ist Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Honorarprofessor für Vergleichende Kulturwissenschaften an der Universität Regenburg, Gründungsdirektor des Zentrums Erinnerungskultur an der Universität Regensburg. Arbeitsschwerpunkte und Publikationen u. a. zu: Dark Tourism, Denkmalschutz, Zeitzeugenschaft, NS-Euthanasie.
Fritz Seemann. Wir sind hier in einer Mausefalle. Ein Journalist beim Prager Tagblatt und seine gescheiterte Flucht aus der Tschechoslowakei.
Herausgegeben von Annette Kraus und Prof. Dr. Jörg Skriebeleit im Auftrag der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
Wallstein Verlag | 292 Seiten | 28,- Euro
ISBN 978-3-8353-6122-5
