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Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Flossenbürg


Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg begrüßte anlässlich der diesjährigen Befreiungsfeierlichkeiten vom 24. bis 26. April über 1.000 Gäste. Gemeinsam mit vier Überlebenden und zahlreichen Angehörigen aus rund 20 Nationen wurde des 81. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg gedacht. Im Mittelpunkt stand die Erinnerung an die Verfolgten und Ermordeten.

Zum Gedenkakt eröffnete der 1926 geborene Überlebende Dr. Leon Weintraub die Veranstaltung. Er mahnte gleich zu Beginn, dass es wichtig sei, sich aktiv gegen Angriffe auf die Grundrechte der Demokratie zu wehren.

Zu den Rednern zählte unter anderem der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. Er betonte in seiner Rede: „Aus der Erinnerung müssen Konsequenzen wachsen und sie müssen angenommen werden für unser Handeln heute und für unsere Verantwortung morgen.“

Auch die AUDI AG war mit dem Personalvorstand Xavier Ros vertreten. In Fabriken und Lagern setzten Vorgängerunternehmen von 1939 bis 1945 Zwangsarbeiter aus dem KZ Flossenbürg ein. Audi erkennt seine historische Verantwortung an. Xavier Ros betont: „Erinnerung braucht Orte wie diesen – aber sie braucht auch Menschen, die bereit sind zuzuhören, sich von der Geschichte berühren lassen und bereit sind, ihren Teil gegen das Vergessen zu tun.“

Der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller, hob die Bedeutung öffentlicher Erinnerung hervor: „Sie ist das Gegenteil von Gleichgültigkeit und die Grundlage einer Gesellschaft, die die Achtung der Menschenwürde nicht nur behauptet, sondern lebt.“

Abgerundet wurde der Gedenkakt durch die Rede von Małgorzata Nieśpiałowska. Ihr Vater Tadeusz Nieśpiałowski war 1942 als polnischer Gefangener im KZ Flossenbürg inhaftiert, bevor er später in das Konzentrationslager Stutthof deportiert wurde. Mit ihrer Bitte, „Nie wieder“ nicht nur als Lippenbekenntnis zu verstehen, sondern als Handlungsauftrag, schloss sie ihre Rede.

Zugleich erhielt die KZ-Gedenkstätte mehrere bedeutende Schenkungen für ihre Sammlung: Denis Meis überreichte die Orden seines Vaters Clément Meis, eines ehemaligen Flossenbürg-Häftlings, die dieser als Ehrung für seinen Kampf gegen den Nationalsozialismus erhalten hatte. Im „Zelt der Begegnung“ übergaben Angehörige des ehemaligen Häftlings Michael Smuss dessen originale Häftlingsnummer aus dem KZ Flossenbürg. Dass Angehörige diese wertvollen Objekte in die Obhut der Gedenkstätte geben, ist ein besonderer Vertrauensbeweis.

Gedenkstättenleiter Prof. Dr. Jörg Skriebeleit betonte die besondere Atmosphäre der Feierlichkeiten in Flossenbürg: „Man hat gesehen und gespürt, dass wir ein Ort für Familien aus aller Welt sind. Ein Ort, an dem wir trauern, aber auch ein Begegnungsort, an dem sich Menschen über ihre Familiengeschichte austauschen. Dieser Charakter wird von Jahr zu Jahr deutlicher.“

Das Konzentrationslager Flossenbürg in der Oberpfalz wurde am 23. April 1945 von US- amerikanischen Truppen befreit. Bei ihrer Ankunft fanden Angehörige der 90. US Infanteriedivision der 3. US-Armee noch etwa 1.500 schwerkranke und geschwächte Häftlinge im Lager vor. Wenige Tage vor Ankunft der US-Amerikaner hatte die SS ungefähr 15.000 Häftlinge des Stammlagers Flossenbürg auf sogenannte Todesmärsche in Richtung Süden getrieben. Insgesamt rund 100.000 Häftlinge hielt die SS zwischen 1938 und 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg gefangen. Mindestens 30.000 von ihnen kamen ums Leben.


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