Dokumentationsort Hersbruck/Happurg

In Hersbruck befand sich von Juli 1944 bis April 1945 das zweitgrößte Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. Der Dokumentationsort Hersbruck/Happurg, der an dieses Lager erinnert, besteht aus zwei Installationen. Die eine befindet sich am ehemaligen Ort der Unterbringung der KZ-Häftlinge in Hersbruck; die andere am ehemaligen Ort der Zwangsarbeit in Happurg.

KZ-Außenlager Hersbruck

Ab Juli 1944 mussten Häftlinge am Rand der Kleinstadt Hersbruck ein Lager auf dem Gelände einer Reichsarbeitsdienst-Kaserne errichten. Bis zur Räumung des Lagers im April 1945 waren hier rund 9.000 Menschen gefangen, die im fünf Kilometer entfernten Happurg eine unterirdische Stollenanlage für die Rüstungsindustrie errichten mussten. Nach Kriegsende wurden auf dem Gelände SS-Angehörige interniert, später war dort ein Flüchtlingslager. Anfang der 1950er Jahre ließ die Stadt Hersbruck die Baracken abreißen. Heute befinden sich auf dem Gelände ein Finanzamt, Parkplätze, sportliche Einrichtungen und eine Wohnsiedlung.

Dokumentationsort Hersbruck

Der Dokumentationsort Hersbruck besteht aus einem begehbaren trapezförmigen Bauwerk, das auf die Installation in Happurg ausgerichtet ist. Der Kubus stellt die individuellen Schicksale der Gefangenen des Außenlagers Hersbruck in den Mittelpunkt. Auf einen Medientisch werden die Namen von über 9.000 Häftlingen projiziert. Ein Teil ist mit Biografien und historischen Informationen hinterlegt. Eine zweite Projektion kontrastiert die heutige Landschaft mit der Topographie des ehemaligen Außenlager-Komplexes Hersbruck.

Rüstungsprojekt Doggerstollen Happurg

Ab 1944 wollte die nationalsozialistische Führung die Rüstungsindustrie zum Schutz vor Luftangriffen unter Tage verlagern. Eines von vielen Großprojekten entstand in Happurg. Im Doggerstein der Houbirg sollten auf einer Fläche von 200.000 qm Stollen zur Aufnahme der BMW-Flugzeugmotorenfabrik Allach errichtet werden. Der Einsatz von KZ-Häftlingen war fester Bestandteil der Planungen. Die in Hersbruck untergebrachten Gefangenen mussten ab Juli 1944 ein Stollensystem in den Berg Houbirg graben. Bis zu 2.500 KZ-Häftlinge pro Schicht verrichteten schwerste körperliche Arbeiten im Berg und beim Bau von Bahnlinien. Unfälle, Entkräftung und die Gewalt von SS-Männern und Kapos forderten jeden Tag Dutzende Todesopfer. Das Bauprojekt wurde nicht vollendet. Heute ist die Stollenanlage stark einsturzgefährdet und nicht zugänglich.

Dokumentationsort Happurg

Der Dokumentationsort Happurg ist eine Aussichtsplattform mit Informationselementen. Diese Plattform stellt einen Sichtbezug nach Hersbruck her und macht den langen Weg anschaulich, den die Häftlinge täglich zweimal zwischen Lager und Arbeitseinsatz zurücklegen mussten. Der Dokumentationsort informiert über die Zwangsarbeit und die Funktionen der historischen Orte im räumlich weit ausgreifenden Außenlager-Komplex Hersbruck. In einer Vitrine wird ein Bohrhammer präsentiert, der beim Stollenbau benutzt wurde. Audiostationen mit Aussagen ehemaliger Häftlinge verdeutlichen den Vernichtungscharakter der Zwangsarbeit auf der Großbaustelle und in den Stollen.

Öffnungszeiten
Täglich 10:00 bis 18:00 Uhr

Öffentliche Führungen



Jeden ersten Sonntag im Monat um 14:00 Uhr.
Treffpunkt ist der Kubus in Hersbruck.
Informationen zu Angeboten für Schulklassen und Gruppen unter Tel.: 09603-90390-10

Anfahrt Dokumentationsort Hersbruck



R3 Nürnberg-Neuhaus (Peg.) - Bayreuth bzw. mit der Regionalbahn R4 Nürnberg - Amberg - Sulzbach - Rosenberg bis Hersbruck (rechts d. Peg.), weiter mit der Stadtbuslinie 362 bis Haltestelle Fackelmann Therme. Der Dokumentationsort befindet sich etwa 200 Meter von der Haltestelle entfernt in westlicher Richtung (Badstraße).

 

Anfahrt Dokumentationsort Happurg



S1 Bamberg - Hartmannshof bis Happurg, zu Fuß weiter über Hohenstädter Straße und Südring (ca. 20 Minuten). Der Dokumentationsort befindet sich gegenüber dem Kriegerdenkmal.

 

 

 

 
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