
- Begrüßungsbanner vor der Kommandantur, US Army Signal Corps,
30. April 1945 (National Archives, Washington D.C.)
Als Soldaten der US-Armee am 23. April 1945 das Konzentrationslager Flossenbürg entdeckten, hatten weder sie noch die befreiten Gefangenen eine Vorstellung, wie die Erinnerung an die Massenverbrechen an diesem Ort wach gehalten werden könnte. Die Bergung der Leichen, die pietätvolle Bestattung der Toten war eine erste spontane Reaktion. Wenigstens posthum sollten die KZ-Häftlinge, die zuvor ihrer Individualität, ihres Namens, ihrer fundamentalen Menschenwürde und ihres Lebens beraubt worden waren, Ehrung erfahren.
In fast allen befreiten Konzentrationslagern war die Totenehrung die erste Form der Erinnerung.
Während aber an anderen Orten in späteren Jahren bauliche Zeugnisse der Lager konserviert und Ausstellungen, Archive und Museen errichtet wurden, verharrte die Erinnerung an das KZ Flossenbürg in allgemeiner Friedhofsruhe.
Das ehemalige Lagergelände wurde weiter genutzt. Die Häftlingsbaracken dienten nach 1945 als Behausungen für kriegsgefangene SS-Männer, polnische Displaced Persons, Flüchtlinge und Vertriebene. 1958 wurde ein Großteil des Areals bebaut. Ein gewerkschaftseigenes Unternehmen betrieb den KZ-Steinbruch weiter. Auf dem Appellplatz mit Häftlingsküche und Lagerwäscherei richtete sich ein Industriebetrieb ein.
» Weiter |



