Flossenbürger Steinarbeiter auf dem Burgberg, 1896
(Privatbesitz)

Bis zur Er­rich­tung des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers ist Flos­sen­bürg nur ein klei­nes Dorf im Ober­pfäl­zer Wald. Dank sei­ner Gra­nit­vor­kom­men wer­den dort ab En­de des 19. Jahr­hun­derts zahl­rei­che Stein­brü­che in Be­trieb ge­nom­men. Flos­sen­bürg ent­wi­ckelt sich zu ei­nem Ar­bei­ter­dorf. Gleich­zei­tig wird der Ort als Aus­flugs­ziel ent­deckt. Nach der Macht­über­nah­me durch die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten wer­den Gra­nit und Burg zu den zen­tra­len Stand­ort­fak­to­ren für Flos­sen­bürg.

Die Ar­beit der Stein­met­ze prägt die so­zia­len Ver­hält­nis­se im Ort und be­stimmt Kul­tur und Selbst­ver­ständ­nis sei­ner Ein­woh­ner.

Aus­flüg­ler be­su­chen Flos­sen­bürg we­gen sei­ner mit­tel­al­ter­li­chen Burg­rui­ne. Ver­mehrt wer­den auch na­tio­na­lis­ti­sche und völ­ki­sche Grup­pen an­ge­zo­gen. Sie sti­li­sie­ren die grenz­na­he Rui­ne zu ei­ner Trutz­burg ge­gen die »sla­wi­schen Völ­ker«.

Mit den staat­li­chen Bau­pro­gram­men der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten steigt die Nach­fra­ge nach Gra­nit enorm. Die na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Macht­über­nah­me wird da­her von Stein­bruch­be­sit­zern und Ar­bei­tern glei­cher­ma­ßen be­grüßt.


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